Gepostet: 03.06.2018

CHRISTINA GRAEFE Paartherapie und Sexualtherapie in Wiesbaden

THEMA PORNOSUCHT

Pornosucht gehört auch in meiner Praxis inzwischen zu den häufigsten Themen. Der Film beleuchtet viele Aspekte des Phänomens aus meiner Sicht zutreffend und macht auf die Gefahren aufmerksam, die vor allem für Jugendliche damit einhergehen können. Was ausgelassen wird, ist der Einfluss von Pornos auf Paarbeziehungen. Hier erlebe ich oft, dass Menschen, die häufig Pornos konsumieren, ihren Partnern zwar durchaus liebevoll zugewandt sind, die gemeinsame Sexualität aber nicht mehr genießen können. Vielen ist dabei durchaus klar, dass das mit erhöhten Reizschwellen in Verbindung steht, die durch die z.T. extremen Praktiken in Pornos weiter eskalieren. Was nicht so klar ist: Wer früh damit begonnen hat, Pornos zu schauen, assoziiert Sex nurmehr mit triebhaften Gefühlen. Die Erfahrung der INTIMITÄT, die kennzeichnend für die Sexualität in verbindlichen Paarbeziehungen ist, bleibt aus. In der Folge erleben viele Paare sexuell "aufregende" erste Monate und sind dann völlig perplex, wenn die Lust nachlässt, sobald sich das Paar committed hat. Das Committment verlangt nach einer anderen, einer INTIMEN Form der Sexualität ( was nicht heißen soll, dass es dann nur noch Blümchen-Sex gibt!), die einer oder beide Partner dann nicht mit ihrer Lust assoziieren können.
So verrückt es klingt: Tatsächlich müssen viele Menschen, die reichlich Ahnung von allen möglichen sexuellen Praktiken haben, die Spielarten der Liebe oft erst noch lernen.

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